Brauchen wir eine neue Wehrpflicht?

Seit einem halben Jahr bekommen junge Männer und Frauen einen Brief von der Bundeswehr. Wie motiviert und wie geeignet sind sie für den Dienst bei den Streitkräften? Das Interesse der jungen Leute ist überschaubar: Lediglich 530 Freiwillige beginnen in diesem Jahr ihren Dienst. Zu wenige, um die geplante Truppenstärke bald zu erreichen.

Noch ist der Wehrdienst freiwillig, denn seit 15 Jahren ist die Wehrpflicht in Deutschland ausgesetzt. Doch der Krieg in der Ukraine und die instabile weltpolitische Lage haben uns vor Augen geführt, wie fragil Frieden und Sicherheit sein können. Deshalb möchte die Bundesregierung die Truppenstärke der Bundeswehr massiv erhöhen.

Wenig Interesse an freiwilligem Wehrdienst

Doch eine erste Zwischenbilanz zur Fragebogenaktion zeigt, dass dieses Ziel mit einem freiwilligen Wehrdienst wohl kaum zu erreichen ist: Lediglich 530 Freiwillige beginnen in diesem Jahr ihren Dienst. Zu wenige, um die geplante Truppenstärke bald zu erreichen. Gerade jüngere Menschen fürchten deshalb eine drohende Wehrpflicht, tausende Schülerinnen und Schüler gingen dagegen bundesweit auf die Straße – so etwa auch auf dem Augsburger Königsplatz.

Kritik an verpflichtendem Wehrdienst

Viel Kritik kommt von der Opposition, die Linke etwa lehnt eine militärische Aufrüstung und einen verpflichtenden Wehrdienst kategorisch ab. Auch die Kirchen betonen das Prinzip der Freiwilligkeit und fordern, dass der Einsatz für Frieden an erster Stelle stehen müsse.

Mitdiskutieren!

Ist es sinnvoll, die Bundeswehr mit Milliarden aufzurüsten oder wären die Steuergelder nicht an anderer Stelle wie etwa im sozialen Bereich besser eingesetzt? Was braucht es, damit die Bundeswehr attraktiver wird? Sollten nicht nur junge Menschen, sondern auch Ältere zum Wehrdienst herangezogen werden? Betrifft die Zeitenwende in der Verteidigungspolitik uns alle in Europa?

Die Kommentare sprechen sich überwiegend für eine stärkere Wehrfähigkeit Deutschlands und Europas aus, oft verbunden mit dem Wunsch nach einer Wiedereinführung oder Ausweitung von Wehr- oder Staatsdienst, teils auch für Frauen und ergänzt um Zivil- und Katastrophenschutz. Mehrere Stimmen betonen, dass Verteidigung vor allem dem Frieden und dem Schutz der Bevölkerung dienen müsse, inklusive besonders schutzbedürftiger Menschen, und verweisen auf Pflicht, Heimatliebe und die Bedeutung von Reservisten. Kritisch gesehen werden vor allem die politische Kriegsrhetorik, mögliche Frontverlagerungen nach Osten sowie die hohen Kosten und die aus Sicht mancher Ungerechtigkeit bei der Bezahlung von Wehrpflichtigen.

16 Kommentare

  • Unsere meinun zu duesrm thems ist einteutig unsere grossväter und väter haben in den weltkriegen gedient immer fürs vaterland und unsere generation hat das vaterland zur demokratie aufgebaut und durch demokratische wahlen diese für unsere kinder und kindeskinder bisher versucht zu erhalten daher denjen wir dass es diesen genationen ein privileg sein sollte alles für den erhalt unserer demokratischen werte
    Zu tun notfalls auch mit dem leben zu verteidigen. Denn eines mzss klar sein leute wie putin,trump und chi wird immer geben

  • Die Debatte stellt äusserst hypothetisch Annahmen als Fakten dar. Ohne den Krieg in der Ukraine zu relativieren, ist es gerade angesichts dieses Krieges, in dem Putin seit Jahren seine Ziele nicht erreicht, vollkommen unrealistisch, dass Putin die NATO angreift. Sehr aufschlussreich, dass jetzt auch die Grünen auf die Kriegsrethorik eingeschwenkt ist, so dass man vermuten könnte, dass ein sehr gefährliches Spiel gespielt wird, an dessen Ende dann ein wirklicher Krieg steht, der nicht unbedingt von Russland ausgeht.

  • Es wird immerzu über die Wehrpflicht/Kriegsdienst/Dienstpflicht gesprochen.
    Es geht ja nicht um einen Angriffskrieg sondern um die Verteidigung unserer Freiheit und unserer Angehörigen und Mitmenschen.
    Ich verstehe die Diskussion als solche nicht. Bevor wer auch immer mir von außen nach meinem Leben oder dem meiner Kinder/ Enkelkinder trachtet werde ich mich mit allen Mitteln die mir zur Verfügung stehen verteidigen. Und darum geht es. Um die Verteidigung unseres Lebens in jedweder Form.

  • Ich bin Vater ein es Sohnes mit schwerer Behinderung. Es gibt Millionen von Menschen mit Einschränkungen, Kranke und Alte, die in einem Kriegsfall nicht flüchten könnten. Wer beschützt diese Menschen, wer verteidigt unsere Mitmenschen, die zu schwach dafür sind? Sollen wir diese Menschen einfach sich selbst überlassen? Das sollte jeder bedenken, der sich gegen die Verteidigung ausspricht.

  • Wenn eine fehlende Klobrille und eine Aussnahmesituation wie Corona dazu führt, das die Jugend vergisst, das sie zugeschissen sind mit Wohlstand. Immer Dach über dem Kopf, immer warm, immer volle Kühlschränke, immer das neueste Mobiltelefon, riesige Flatscreen, kostenloses Studium, kein Krieg seit 70 Jahren, niedigste Arbeitszeiten, höchste Löhne, höchste Urlaubstage, in einer der 21 demokratien geboren zu sein, usw. usw…..und dann zu sagen Deutschland tut nichts für die Jugend, dann braucht man sich nicht wundern warum die AfD soviel zulauf der Jugend hat. Verwöhnt und undankbar und keinesfalls gefickt wegen fehlender Klobrillen…das ist ja wohl an lächerlichkeit nicht zu überbieten.

  • Bei der Debatte sollte jeder mal nachdenken das die Wehrpflicht im Grundgesetz steht Art. 12a.
    Ich habe damals mich freiwillig für 8 Jahre bei der Marine verpflichtet, und fand das eine der prägendsten und schönsten Jahre meines Lebens. Persönlich finde ich es aber sinniger den Art. 12a umzuschreiben und jeden, Männlein wegbleiben für ‚n Jahr Staatsdienst zu verpflichten. Ob es dann an der Waffe oder im sozialen Stadt findet.
    Sollte jemals jemand Deutschland angreift!, und Gott bewahre das hoffe ich nicht, was macht denn dann die Jugend? Die alten und die, die gedient haben gehen an die Front, die Politik versucht zu verhandeln und die Jugend denkt dann wirklich das sie unter einer Besatzung ihr Leben weiter leben kann? Ich glaube um so mehr wissen was sie im Falle eines Falles zum MÜSSEN um so größer ist der Schutz derjenigen die sich nicht mehr wehren können.
    Um Kennedy zu zitierren. „Fragt nicht was der Staat für euch tun kann, sondern was ihr für ihn tun könnt.

  • Ein Redner in der Runde meint Wehrpflicht verhindert keine Kriege ,er hat recht aber die Wehrpflicht verhindert evtl. Angriffe
    Wenn Deutschland, wie so oft, da steht und abwartet werden wir im 10 Jahren das geliebte Deutschland nicht mehr haben so wie es die meisten Deutschen gerne hätten .

  • Die aktuelle Diskussion zeigt einmal mehr, wie der Zustand unserer Gesellschaft ist: auf alle Rechte pochen, von den Pflichten aber nichts wissen wollen.
    Dazu kommt die Naivität vieler Politiker, die glauben, dass eine „freiwillige“ Wehrpflicht funktioniert. Dabei ist die Begrifflichkeit schon ein Widerspruch in sich.

  • Hallo zusammen, Ich würde einen Sozialen Dienst einführen und wer diesen Dienst nicht haben will soll zur Bundeswehr gehen.

  • Wer sich hierzulande um den Wehrdienst wegduckt, sollte einmal einen Blick nach Finnland werfen. 20.000 Soldtaen sind, in dem fünf Millionen Land, in ständiger Bereitschaft. Dazu kommen 870.000 gut ausgebildete Reservisten die alle Wehrdienst geleistet haben. Als Putin 2022 die Ukraine überfiel wurden alle Reservisten bis zum Alter von 60 Jahren in Bereitschaft versetzt. Das führte dazu, daa sich die über 60-Jährigen beschwerten, dass man nicht auch sie in Bereitschaft gesetzt hat.. So etwas nennt man Heimatliebe.

  • Wieso bekommen Wehrpflichtige einen monatlichen Wehrsold von 2.600 Euro brutto?
    Das steht in keinerlei Verhältnis zu dem höchsten Azubi-Gehalt von Fluglotsen, die im ersten Ausbildungsjahr 1.400 Euro brutto im Monat erhalten.
    Hier sieht man einmal mehr als deutlich, dass unser Staat mit unserem Steuergeld nicht gut und v.a. nicht verantwortungsbewusst umgeht. Wieso werden hier 1.200 € mehr als sonst maximal bei Azubis gezahlt? Mit welcher Begründung?
    Dies ist leider ein weiteres Thema, wieso unsere Gesellschaft in solch eine Schieflage geraten ist und so gespalten ist.
    Wehrpflicht ist wichtig, wichtiger wäre ein “Staatsjahr” für alle, also auch Frauen.
    Aber wieso muss hier so viel Geld ausgegeben werden, ohne Not?
    Denn, wenn es nicht genügend Freiwillige gibt, kann man im 1. Schritt (und ohne GG-Änderung) die alte, ausgesetzte Wehrpflicht wieder einführen.

  • Das Ziel der Bundeswehr sollte auch der Frieden und nicht der Krieg sein. Je mehr die Politik von Krieg spricht umso weniger Menschen erklären sich bereit Dienst an der Waffe zu leisten. Wir brauchen eine verteidigungsfähige Bundeswehr im eigenen Land aber keine Armee an der Ostflanke an der direkten Front zu Russland. Wenn die Grünen und die CSU in der Lage wären Frieden zu schließen, so könnte man noch während der Sendung eine Botschaft ins Land senden.

  • Ist ihnen aufgefallen das der moderne Krieg hauptsächlich auf Distanz geführt wird? Kammeras melden Ziele an die Einsatzzentrale, die schicken dann eine Drohne und Fertig. Nix mehr mit Truppenstärke sondern vernetzung ist der neue Vorteil.Deshalb verschwimmt langsam die unterscheidung von Zivilist und Spion des Millitärs.

  • Eine Wehrpflicht zur Charakterstärkung der Jugendlichen ist eine gute sache. Wenn dann die Einsatzgebiete auch noch Katastrophenschutzbeistand beinhaltet, können die Rekruten auch noch was Praktisches leisten. Nur zum Krieg spielen und Freilandcamping ist der Wehrdienst etwas unterfordert. Denn in einem Gefecht muss man den Kameraden auch mal in Einzelteilen zusammensammeln können ohne das man in Ohnmacht fällt.

  • Unser oberstes Ziel ist und bleibt es, Frieden in Europa zu sichern. Deswegen ist es richtig, dass wir unsere Bundeswehr stärken. Aber wir müssen unsere Verteidigung europäisch denken – und wir müssen europäisch handeln. Wir Europäer stehen allein in einer Welt von Stürmen. Unser Kontinent muss es schaffen, sich selbst zu verteidigen. Dafür müssen wir jetzt gemeinsam anpacken.

  • Unser Ziel: Wir müssen uns verteidigungsfähig machen, um uns nicht verteidigen zu müssen. Sicherheit ist die Basis für unsere Freiheit. Die Zeiten haben sich geändert. Deswegen braucht es über das Militärische hinaus auch einen leistungsfähigen Zivil- und Katastrophenschutz: Von einem flächendeckenden Sirenennetz über ehrenamtliches Engagement von uns allen bis hin zur Förderung von Erste-Hilfe-Ausbildungen und Software made in Europe – für ein starkes und resilientes Bayern sind wir alle gefragt!

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